Archive for the ‘Filmkritik’ category

Das Highlight des Jahres: Im Angesicht des Verbrechens – Einschaltpflicht!

Freitag, 22 Oktober, 2010

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Auf der Berlinale 2010 gefeiert, mit dem Deutschen Fernsehpreis 2010 prämiert. Jetzt kommt die Dominik-Graf-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ aus der Welt der Organisierten Kriminalität ins Erste Programm der ARD. Ein guter Grund nach 10 Monaten auch mal wieder einen Blogeintrag zu schreiben… Sonst lässt der alltägliche Wahnsinn das nicht mehr zu und man ist froh überhaupt die gewohnte Tatort-Kritik per Twitter zu schreiben – aber für das TV-Highlight des Jahres wollen wir mal eine Ausnahme machen. Denn wer schlau war hat die Serie schon auf ARTE bewundern können. So wie ich. Also, ab jetzt 5 Wochen lang, Freitag abend wach bleiben oder den HD-Recorder programmieren – es lohnt sich: Grandioses Fernsehkino! Auch die Kritik nahm Im Angesicht des Verbrechens sehr positiv auf: Die FAZ nannte die Serie „spannendes Kino, gedreht fürs Fernsehen“, einen „Glücksfall fürs Publikum“ und ein „Bravourstück“. Die Zeit sprach von einem „Meilenstein der deutschen TV-Geschichte“. Also, wenn das kein Bloggi wert ist…

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im TV gesehen: Tatort – … es wird Trauer sein und Schmerz (NDR)

Mittwoch, 18 November, 2009

Ein Tatort mit dem Titel „… es wird Trauer sein und Schmerz„, der diese Trauerwoche abschließt, dann noch mit der LKA-Kommissarin aus Hannover (meiner Heimat – ermittelt aber im Messe-Parkplatz Peine-Ost) – schon komisch, und doch so aussagend! Der Fall war von der Geschichte nicht schlecht: Sniper, Web 2.0, Egoismus, Sensationsgaffer… aber wieso kommt Madame erst so spät darauf, den Ehemann der beim Unfall Verstorbenen in Betracht zu ziehen? Und warum nervt der Martin so (wer braucht den noch?) Und warum ist ihr Sohn eigentlich immer so lieb und kuschelt? Und wo zum Henker ist eigentlich der Vater? Erzählt die Geschichte doch langsam mal zu Ende. Die Lindholm wird – und das sage ich hier wirklich als Lokalpatriot – echt langweilig! Oder waren es doch die Umstände, denn in den Fan-Forum hat dieser Tatort doch beträchtlich gut abgeschnitten. Von den Einschaltquoten ganz zu schweigen, die sind ja bei der Furtwängler eh immer gut. Die Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 70 %).

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Foto: NDR

im TV gesehen: Tatort – Schweinegeld (RBB)

Mittwoch, 4 November, 2009

Johanna Gastorf, der Name ist nicht so bekannt, als dass man gleich ein Gesicht vor Augen hätte, aber schaltet man aktuelle deutsche TV-Produktionen ein (oder Sönke Wortmanns „Das Wunder von Bern“) und insbesondere einen Tatort, dann kennt man das Gesicht. In der letzten Woche noch Nonne, jetzt schon opportunistische Frau Balthasar im Fleischgroßhandel (mit kürzeren Haaren). Bekannte Gesichter sind schön und gut, aber Johanna Gastorf muß ich jetzt nicht immer und überall sehen… Der Fall, nun ja, Gammelfleisch, Ukraine Mafia (ohne Gas), Ränkegeplänkel und ein Ritter, der drehbuchtechnisch eine (Krankheits-)Auszeit nimmt. Alles ein bißchen viel und übertrieben. Aber endlich durfte mal Weber, das Berliner Original, ran. Und der machte seine Sache mit Stark stark. Ach, und Lucas Gregorowicz seh ich seit Lammbock eh super gern. Die Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 60 %).

Foto: RBB

im TV gesehen: Tatort – Tempelräuber (WDR)

Mittwoch, 4 November, 2009

Ein amüsanter, aber kein klamottiger Tatort aus Münster. Auch wenn man bei Boernes zwei gebrochenen Armen schon manchmal das Gefühl hatte. Aber insgesamt war diesmal die Mischung zwischen Spannung und Humor genau richtig. Der Fall lief jedoch so durch, auch wenn Münster endlich mal das Thema behandelte das am nächsten liegt. Und dazu noch in sensibel. Die Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 20 %).

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Foto: WDR

im TV gesehen: Tatort – Um jeden Preis (BR)

Dienstag, 20 Oktober, 2009

Thomas Sarbacher zum Zweiten! Da ist der Tatort-Hauptverdächtige innerhalb von acht Tagen der Gleiche, nur eben in einer anderen Rolle. Diesmal als Gewerkschaftsfunktionär. Gewerkschaft und Tatort? Passt das? Wenn man die Programmzeitschriften liest, eher nicht, aber die 90 Minuten Münchner Tatort haben etwas anderes bewiesen. Auch wenn der Krimi zu kurz kam – schließlich war es wirklich Selbstmord und dazu kam ein selbstverübter Anschlag – es war ein interessantes Spiel um Macht und Erhalt derselben, um Medien und  Intrigen. Ok, die persönliche Schiene zwischen Greedinger (von Greed=Gier) und Bati(c) war etwas weit hergeholt und auch der Gastauftritt vom Luca-Toni-Austausch-Italiener war ja fast mehr Mittel zum Zweck, um Otto-Normalzuschauer bei der Stange zu halten. Egal, war irgendwie gut. Die Wertung: 7/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 20 %).


Foto: BR

im TV gesehen: Tatort – Vermisst (SWR)

Mittwoch, 14 Oktober, 2009

Jubiläum für Lena Odenthal. 20 Jahre Tatort aus Ludwigshafen. Und ein Fazit darf die Kommissarin sich selbst geben: „Wer ich bin?“, fragt Odenthal kurz vor Krimi-Schluß ihren verdächtigen Gegenüber. „Lena O. Nicht mehr ganz jung. Beziehung: Katze. Freunde: meine Kollegen. Mehr nicht. Seit 20 Jahren wühle ich in Gewalt, Mord und Totschlag. Und ich find‘ nur selten irgendetwas Nettes darin. Ich bin einsam. Oft.“ Die Neue – als die sie 1989 startete – ist schnell zur Etablierten geworden. Und vielleicht auch austauschbarer. Ihr neuester Fall „Vermisst“ ist auch keiner, der ihr eine starke Identität gibt. Da teile ich die Meinung der kritischen Spiegel Online-Hommage von Christian Buß: … der (Drehbuch-geschriebene-persönliche) Stillstand bei der Figur Odenthal überträgt sich irgendwann auf den SWR-Tatort insgesamt. Und so ziehen sich auch die Jubiläums-90 Minuten Neutrumgerecht (man könnte auch sagen: 20 Jahre und immer noch Single; oder gibt da platonische Kopper-Liebe?) dahin. Eines bleibt jedoch festzuhalten: Sooo schlecht war das Ende und die Auflösung nicht, aber in Deutschland kommt man dafür trotzdem in den Knast, in den USA kann nicht (vgl. Doppelmord). Die Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 65 %).

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Foto: SWR

im TV gesehen: Tatort – Platt gemacht (WDR)

Mittwoch, 7 Oktober, 2009

Schon wieder ein Kölner Tatort zum Thema Alkohol. Ja hallo, erst die Krimis mit den Schwierigkeiten mit Minderheiten in Schwierigkeiten und jetzt schon wieder ne thematische Doppelung… sei es drum, Kollegen Ballauf hat ja keinen Tropfen angerührt  – man beachte die (hoffentlich gewollte) aussagenden Szene im Lokal mit der Auswahl zwischen zwei Kölsch und dem Kaffee, wobei Max zum braunen Muntermacher greift. Ansonsten wird die soziale und moralische Kelle nur selten rausgeholt und das ist gut. Auch der Undercovereinsatz bleibt auf eine Minimum beschränkt, wer soll auch Freddy als Hausmeister und Stöver und Brockie beim Versteckt-Campen schlagen. Die Mörderin ist spät zu erkennen und auch sonst laufen die 90 Minuten gut vorbei, obwohl man so langsam das Gefühl bekommt, die Geschichten der beiden kölsche Jungs sind bald alle erzählt. Aber den geneigten ARD-Zuschauer stört es nicht: Der Tatort landete mit 9,55 Millionen Zuschauern nicht nur den ersten Platz bei den Sonntagskrimis 2009, sondern ließ dabei auch noch Superman, Oceans 12 und Navy CIS hinter sich. Die Wertung: 7/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 75 %).

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Foto: WDR

Und wer jetzt die Bewertungen der September-Tatorte „Borowski und die Sterne (NDR)“ und „Architektur des Todes (HR)“  vermisst – ich hab auch viele Minuten der beiden schwachen Krimis verpasst und verzichte auf eine Wertung. Zwei kurze Fazite: 1. Gut, das bald Schluß ist mit Sawatzki und Co. Ulli Tukur, rette bitte den HR! 2. Warum in alles in der Welt lässt der NDR Borowski seine Psychologin poppen? Ab jetzt werden seine (immer skandinavischeren) Krimis also von Beziehungsallerlei und/oder -stress gebeutelt. Oh je!