Archiv für Mai 2009

Im TV gesehen: Tatort – Tödlicher Einsatz (SWR)

Samstag, 23 Mai, 2009

Lena Odenthal im 20. Fall, in einer Stadt, die außer einem Chemiewerk nicht viel zu bieten hat. Na gut, ne Menge großer Lager im Rheinhafen. Der dann auch promt wieder als Kulisse auftaucht… Aber trotzdem müssen hier ganz besonders die Charaktere und die Storys schon stimmen. Doch diesmal wars sehr kostruiert und konfus. Wiedermal ne Geschichte im innerpolizeilichen SEK-Milieu, dazu Lenas Kammerflimmern (persönliche Note, um von der schlechten Story abzulenken?), ewig lange Entzugsszenen und am Schluß… die lang erwarteten Cousine – welch ein peinliches Ende eines peinlichen Films. Wurde doch für dieses schlechte Pointe  soviel Vorarbeit (gäähn) geleistet. Wertung: 5/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 20 % – viele nennen es das altbekannte „der bekannteste Gastschauspieler ist immer der Täter“-Syndrom).

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Foto: SWR

P.S.: Am Ende noch ein Tipp aus dem Tatort-Forum zu LU und möglichen Einsparungen für die ARD: „Die BASF sieht nachts sehr schön aus, und wenn dann ausnahmsweise noch die Fackel des Steamcrackers leuchtet, spart die Produktion viel Licht!“

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Im TV gesehen: Tatort – Borowski und die heile Welt (NDR)

Donnerstag, 21 Mai, 2009

Ein starker Borowski. Nicht so gut wie sein bester „Die Tote aus dem Moor“, aber dennoch ein sehenswertes Stück aus dem hohen Norden. OK, der Fall hatte einige Längen, und obwohl meine Frau und ich desöfteren wegen unserer nicht-wirklich müden Kinder aus dem Fall gerissen wurden, konnte die jeweilige Frage „Hab ich etwas verpasst?“ stets mit „Nein“ beantwortet werden. Wieder einmal zeigt sich auch, dass der Tatort nicht mehr der typische Krimi ist, auch nicht sein kann, denn jeder Ermittler hat seine Eigenarten, sein typisches Umfeld und jeder ARD-Sendeanstalt möchte vielleicht auch einmal einen Fernsehpreis absahen. Und so ist „die heile Welt“ des Herrn Borowski auch mehr Psycho-Rätsel und Sozialdrama als Krimi. Das ist super gespielt von Milberg (Betroffenheit) und Wackernagel (innerer Zerrissenheit), trägt am Ende in den letzten Minuten aber zu dick auf: Sprung vom Balkon, Querschnittlähmung, dennoch geborenes Baby, Ehemann wird Vater. Für den Fernsehpreis muss man das nicht tun, wohl aber für die etwa 7 Millionen Alllerwelts-TV-Kunden am Sonntagabend. Wertung: 8/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 50 % – meine Frau ist natürlich schnell drauf gekommen (Frauen), ich tippte lange auf die „Oma“).

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Foto: NDR

Im TV gesehen: Tatort – Bittere Trauben (SR)

Donnerstag, 21 Mai, 2009

Saarbrücken, warum hat dieses kleinen Bundesland eigentlich eigene Ermittler? Diese könnten doch genauso gut in der Pfalz ermitteln oder in Südhessen, wenn es um Weine geht. Oder in Bayern, in Peter Steiners Komödienstadl. Denn was uns der SR in diesem Fall beschert hat, kommt da ganz nah dran. Ich sage nur: Weinfest, Tuba blasen, Konstantin Wecker im Bett mit Frau Becker, und die gekünstelte Liebesgeschichte vom Kommissar. Dazu das über“dramatische“ Ende, das eher an eine ARD-Telenovela erinnert als an einen bodenständigen Tatort. Nach dem wirklich guten letzten Fall im Bergwerk, bei dem uns die Herren sogar ein wenig ans Herz gewachsen sind, hat man hier das Gefühl, die beiden Bubis  aus ihrer Laiendarstellung nicht herauskommen: Keine eigene Persönlichkeit, keine Wertschöpfung, nix besonderes, außer Dialekt und Wein, aber dann kann’s ja auch die Pfalz sein. Mir Wurscht, ich komm aus einer Bierstadt und trink eh kein Wein, egal welcher Jahrgang und welches Anbaugebiet. Wertung: 4/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: die Auflösung war eh egal, nur klar dass die poppende Weinkönigin nicht unbedingt teilnahmslos war).

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Foto: SR

Im TV gesehen: Tatort – Oben und unten (RBB)

Donnerstag, 21 Mai, 2009

Spannend, was Untertage in der Hauptstadt los ist (Off-Topic: auch Hannover hat da einiges zu bieten, wie diese exzellente DVD beweist). Ab und an hatte ich sogar erwartet, das das Monster aus dem mega-schlechten Film „Creep“ oder eben Franka Potente auftaucht. Aber stattdessen nur ein irrer Künstler – ist eben Berlin und ein Tatort. Dennoch war es einfallslos, was man mit der Millionenmetropole übertage macht. Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Regierungsviertel, – das war zuviel Touristik-Berlin in Bildern, aber es gibt doch noch viel mehr zu sehen, und viel schöneres. Da beweist man Mut, und lässt Peter Fox (ok, ist ja auch gerade trendy), über sein hübsch-hässliches Berlin singen, aber mehr ist nicht drin. Der Fall fesselte nur bedingt. Spannend, aber wie Ritter und Starck fast selbstständig ermitteln, aber am Ende wieder zur gleichen Zeit am Ort der Geschehens zur Auflösung ankommen. Viele Wege führen eben zum Täter, der so überraschend nun nicht zu erkennen war, aber eben erst durch die – erst versteckte – persönliche Verbindung zum Opfer (Sohn) das Motiv offenbart. Bleibt nur die Frage, was macht eigentlich Starks Sohn, in so einer familiär angelegte Geschichte hätte das gut gepasst. Aber auch nicht verkehrt, sich mal nur auf den Fall zu konzentrieren und die Familiengeschichten der Ermittler außen vor zu lassen. Wertung: 7/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 60 %)

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Foto: RBB

Im TV gesehen: Tatort – Häuserkampf (NDR)

Donnerstag, 21 Mai, 2009

Was für ein Osterfest. Ein Tatort, der keiner ist. Ich denke weitergehende Diskussionen, was einen Tatort ausmacht und wann einer ein ARD-Tatort ist müssen hier nicht geführt werten. Aber „Häuserkampf“ war TV-Kino allererster Klasse! Fast gemacht für die große Leinwand, mit Thrill, Tempo und extremer Spannung – einfach geil! Ok, es erinnerte schon ein wenig an die Schnitzeljagd-Geschichte von „Stirb langsam 3“, aber fürs deutsche Fernsehen nehmen wir diese Adaption gerne hin. Auch von gelegentlichen Ungereimtheiten (Wie schnell der Türke im SEK heimisch und vertraut wird, oder wie viel Zeit man sich trotz Druck lässt, um im Auto Akten zu wälzen…) lassen wir uns nicht ablenken. Das war ne echte volle Punktzahl. Mehr ist dazu nicht zu sagen, nur: Auf Wiederholungen in den dritten Programmen achten, und unbedingt auf Festplatte oder DVD bannen. Und wer es auch noch nicht hat: den ersten Fall von T. auch gleich mit. Der NDR schafft eine neue Tatort-Welt, eine alternative, wenig-konventionelle, aber eine, die den Sonntagabend aufleben lässt, auch wenn einige älter Zuschauer ihre gewohnte Gediegenheit vermissen werden. Damit ist Schluss, beim Tatort wird jetzt verdeckt ermittelt (der arme Batu., dass wird wohl nix mit seiner Nachbarin), und das ist eben anders – aber weltklasse! Wertung: 10/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: egal)