Archiv für März 2009

im TV gesehen: Tatort – Höllenfahrt (WDR)

Donnerstag, 26 März, 2009

Wenn Boerne und Thiel anstehen, dann weiss der geneigte Tatort-Zuschauer, eine Höllenfahrt steht hier nicht an. Und obwohl der Titel es nahelegte, hier war mal wieder der richtige Mix an Krimi & Comedy gegeben.  Im Vergleich zur letzen Folge „Wolfsstunde“ natürlich mehr Komik als Verbrechen.  Und ok, die Fehde Boernes mit dem Fahrrad-Club war etwas too much, die Story etwas wirr und zu wenig Nadeshda. Aber ansonsten:  der Golfspielende Boerne passte zur Szenerie wie ein Putt aus kurzer Distanz, Thiel mit seinen Schwierigkeiten in dieser High-Society-Szene, köstlich beim Büffet, dazu Nebenschauplätze (Roadtour durchs Münsterland) und herrliche Ideen (das alte Motorrad, Alberichs lütter Wagen). 87 Minuten einfach gut gehen lassen, Danke WDR! Wertung: 8/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 60 %).


Foto: WDR

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Blu-rays im Import „Rock N Rolla“n – „Slumdog Millionaire“ schon Ende März als Blu-ray

Donnerstag, 19 März, 2009

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Erneut ein Beispiel für den weltweiten, Internet sei Dank, blühenden Handel mit HD-Software zum Wohle des Verbrauchers und zu Lasten der deutschen Filmverleiher und Kinobetreiber (Ja, Mensch, dann synchronisiert doch mal schneller oder traut Euch doch mal mehr…!) : Heute läuft in den heimischen Lichtspielhäusern die neue Guy Ritchie Gangster-Komödie „Rock N Rolla“ an, in der er hoffentlich seine alten – guten – Wegen a la Snatch weiter verfolgt. Doch der fleißige Film-Importer, der nicht warten kann und den Streifen eh lieber in O-Ton schaut, hat schon seit dem 27. Januar bzw. 2. Februar den Film hoch aufgelöst in Bild und Ton aus den Staaten oder dem Vereinigten Königreich bekommen – so wie ich (hatte leider noch keine Zeit für einen ersten Blick…

Den Vogel abgeschossen hat jedoch „Taken“ bzw. „eingedeutscht“ „96 Hours„. Den gab es hochaufgelöst in deutschem DTS über den Kanal bestellt schon eine Woche vor dem deutschen Kinostart … und das legal! Dank etlicher Tipps und Vorankündigungen in den einschlägigen Foren und Webseiten für runde 23 Euro – auch nur 2 mal Cinemaxx-Karten! Gut, man hätte Sie auch aus Spanien für runde 40 Euronen bekommen können. .. aber nun wartet der Film mit erstklassigen (Männer-)Bewertungen auf die (Männer-)Premiere in den heimischen Lichtspielen.

Taken: Extended Harder Cut [Blu-ray]

Taken: Extended Harder Cut [Blu-ray]

HMV.com (inkl. Versand): £20.49 » 22,89€

Bemerkung: Inkl. dt. Ton & UT. Bei uns läuft der Film erst am 19.02.09 im Kino unter dem Namen 96 Hours an, eine Blu-ray Veröffentlichung kann also noch ein halbes Jahr auern. Empfehlung!

Überhaupt, wir wundern uns schon etwas über diese angesprochene Veröffentlichungspolitik. Der Regionalcode wird gegenüber DVDs nicht so hart vollzogen und deshalb können etliche scheiben vor, bei oder kurz nach dem deutschen Kinostart bereits in heimische Blu-ray-Playern laufen! Der schwache Pfundkurs im Vergleich zum Euro tut sein übriges zum Kaufrausch… so gelangten auch „Death Race“ (UK, rund 2 Monate früher) und „Eagle Eye“ (UK, 2 Wochen früher, die australische Blu-ray gar 2 Monate) für rund 20 Euro  in meinen Besitz. Auf „Stepbrothers“ habe ich mal verzichtet…

Und noch ein Import-Hammer: Oscar-Gewinner „Slumdog Millionaire“, heute ebenfalls in den deutschen Kinos gestartet, ab dem 31.03. (hoffentlich codefree) als US-Blu-ray für knappe 20 Euronen (26 Dollar) und ab dem 1. Juni als UK-HD-Disc für round about 25 Euro.

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im TV gesehen: Tatort – Das Gespenst (NDR)

Mittwoch, 18 März, 2009

Mein Hannover – ja hier gibt es noch echte Telefonzellen, dazu noch gelbe und mit Telefonbüchern drin … und hier gibt es eine freistehende Badewannen (extra deswegen musste wohl renoviert werden) in der schönsten Ecke Hannovers (Yorckstraße in der List ganz in der Nähe der Eilenriede – also parktisch ganz nebenan der Lister Lichtspiele…) in die zwei Frauen hineinpassen, die beide hineinpinkeln… und ein Krankenhaus, das aussieht wie ein Gehirn (gibt es wirklich!). Und hier gibt es Hollywood-James-Bond-Crank-Endings wo fünf! als Ärzte verkleidete Beamte eine Teroristin niederstrecken… Geht gar nicht. Überhaupt ist die Geschichte ein wenig zu groß für die sonst auf dem Dorf bei Bauern ermittelnde Lindholm. Konkurrierender fieser Verfassungsschutz-Mann namens Ritter (herrlich fies: Hansa Czypionka), der über Leichen geht, zusätzlich eine ehemalige beste (Schul-)Freundin, die auch über Leichen geht und eine alleinerziehende Mutter (Lindholm), die ihren Sohn im Stich lässt und eigentlich langsam das Jugendamt mal aufmerksam werden müsste (oder zumindest Elternzeit für Lindholm fordern!). Müsste man das anschließend nicht mal bei Anne Will diskutieren – und anschließend bei Plasberg und Maybrit Illner… Der (jüngere) Mann für die Patchworkfamilie hat sich ja dauernd angeboten – würde aber sowas von abserviert, geht gar nicht! Und auch Martin und Charlottes Mutter sind echt arm dran. Lindholm wird zur Furie… Herr Burda! Und dann noch ärgern mit den Oberen… Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 0 % – da Mörderin bekannt).


Foto: NDR

im TV gesehen: Tatort – Mauerblümchen (MDR)

Mittwoch, 18 März, 2009

Verworrende Story, die es – nach dem durchaus interessanten Beginn – kombiniert mit einem klein wenig Ablenkung durch unseren Zweitgeborenen schwer gemacht hat 100 Prozent zu folgen. Was blieb da noch hängen: Komischer spanischer Senior-Schnautzer bei Keppler, der mir aber mit seiner schnottrigen Art immer besser gefällt. Frau Assauer, ach nee, Frau Kommissarin Saalfeld, übertreibt weiter ein wenig und hat es schwer bei mir, und ne Story, die es ebenfalls etwas übertreibt oder dagen wir: etwas zu dick aufträgt. Vielleicht müsste der MDR seine Arbeit mal überdenken. Bei 5 Tatorten in 12 Monaten nutzt sich vieles ab, die Liebesgeschichte zwischen Keppler und Saalfeld kommt nicht aus dem Quark (wird sie aber bestimmt noch!) und an Orifginalität habert es auch – Man will es wohl einfach allein zu recht machen. Kein Wunder bei dem Erbe von Ehrlicher und Kain. Wertung: 5/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 40 %).

Hauptkommissare Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla), Kriminaltechniker Menzel (Maxim Mehmet) und Rechtsmediziner Dr. Reichau (Kai Schumann).; Rechte: MDR/Steffen Junghans
Foto: MDR

im TV gesehen: Tatort – Tödliche Tarnung

Freitag, 6 März, 2009

Lannert ist endlich in Stuttgart angekommen. Seine Geschichte ist raus. Bootz staunt und schweigt. Und zieht sich hier in die zweite Reihe zurück. Das ist Lannerts Fall. Ganz allein. Rache zu nehmen. Und aus einem Mordfall am Flughafen wird ein persönlicher Feldzug gegen einen Waffenhändler (herrlich fies: Filip Peeters), der einst Schuld war am Tod von Lannerts Frau und Tochter. Eine (Vor-)Geschichte, die es in sich hat (Nur der Einstand von Siska war einst ähnlich derbe – für deutsche öffentlich-rechtliche Krimi-Kost jedenfalls.  Und eine Tragik, die ihren Platz braucht. So hat es also drei Folgen mit dem (neuen) Stuttgarter Duo gedauert, bis die Geschichte erzählt ist – also praktisch ist „Tödliche Tarnung“ der Pilotfilm der beiden! Ein persönlicher Rache-Thriller, kein Tatort-Fall im eigentlichen Sinne. Aber sehr sehenswert. Wertung: 8/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 0 % – Täter war ja bekannt).

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Foto: SWR

Spruch des Tages: Lannert trifft in der Person des Waffenhändlers seinen alten Widersacher wieder. Der begrüßt ihn: „Ich dachte, du bist tot.“ Und Lannert antwortet: „Dabei bin ich nur in Stuttgart.“