Im TV gesehen: Tatort – Familienaufstellung (RB)

Schon wieder, könnte man sagen. Und das zu Recht. Schon wieder ein „Tatort“, der dritte in wenigen Monaten, der sich in der türkischen Parallelgesellschaft aufhält, schreibt der Focus nicht ohne Grund – also ist die Erwartungshaltung eine sehr niedrige. Doch man wird überrascht! Die Geschichte fesselt, man taucht ab in diese modern und angepasste, aber dennoch traditionelle, türkische Familie und ist gefangen vom Fall und auf der verworrenden Suche nach dem Mörder. Ein sehr guter Tatort aus Bremen – was ja nicht immer der Fall ist. Ok, die Story mit dem Hund ist mehr als überflüssig, und die Schauspieler lassen ein wenig Authenzität vermissen (Sinan Toprak als Clan-Chef, Dennis Moschitto – dem der Weichei-Türke nach Chiko gar nicht zusteht – und Kostja Ullmann, dem man den Türken nun echt nicht animmt!) – aber hey, dafür ist es ja TV, also Unterhaltung. Das war sehr gute Unterhaltung am Sonntagabend, Wertung: 8/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 80 %  – Verzweiflung statt Ehrenmord).

„Tatort: Familienaufstellung“ - Ehrenmord oder Ehedrama?
Foto: RB

By the Way: Stefan Niggemeyers Herz erobert hat dieser Tatort  schon, als Kommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) noch neben der Leiche anfängt, dem Ehemann der Toten (Roman Knizka) unangenehme Fragen zu stellen, und er sie anknurrt: Ehemann: Pietät ist für Sie wohl ein Fremdwort. Kommissarin: Pietät ist ein Fremdwort.

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