Archiv für Oktober 2008

Mirrors – Horror mit dem ewigen Jack Bauer schon Mitte Januar auf Blu-ray

Freitag, 31 Oktober, 2008

Kiefer Sutherland, Jack Bauer – ist das nicht eine Person? Nach den unzähligen Staffeln „24“ fällt es schwer nicht an die CTU zu denken, wenn ein Film mit Kiefer ansteht – und dann noch ein Horrorfilm für Erwachsene. „Ein vergnüglicher Nervenkitzel mit einem gut aufgelegten Kiefer Sutherland“ meint Filmstarts.de (6/10) – nicht schlecht. Aber lohnt der Kino-Besuch, wenn am 13. Januar schon die Blu-ray in den US-Regalen liegt? „The Blu-ray Disc features all of the DVD content (including both R rated and Unrated cuts of the film) along with several exclusives. Presented on a 50GB dual-layer disc and authored in BD-J, features include:1080P 2.40:1 Widescreen (AVC), English 5.1 DTS-HD Master Audio, French and Spanish DD5.1 Surround, English, Spanish, French, Korean and Chinese subtitles, Theatrical and Unrated Extended cuts of the film, diverse BD Exclusives, Reflections: The Making of Mirrors featurette, Behind The Mirror featurette, Deleted Scenes (with optional commentary by director Alexandre Aja) & Inside The Mirror Alternate Ending“.

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im TV gesehen: Tatort – Auf der Sonnenseite (NDR)

Mittwoch, 29 Oktober, 2008

Wieder eine Premiere eines neuen Tatort-Kommissars; nach durchwachsenen (Saarbrücken), unbedeutenden (Leipzig) und vielversprechenden (Stuttgart) neuen Ermittlern haut der NDR einen echten Kracher zum herbstlichen Sonntagabend raus! Hier wurde meine Kritik der letzten Wochen und der Hilferuf nach einem echten Krimi und keinem Drama bzw. keiner Komödie erhört, mehr noch: es war (zwar) kein „deutscher“ Tatort-Krimi, aber ein Suspense, ja fast schon Thriller der besonderen Sorte. Ein Kinofilm, der es ins Fernsehen geschafft hat. Stylische Bilder, unorthodoxer Schnitt, dezente Farbwahl machen das Bild allein schon besser als der Durchschnitt. Der Fall war spannend wie lange nicht mehr, die Story von vorne nach hinten durchgezogen und logisch, ja sogar vielschichtig angelegt und Schauspieler die das Ganze auch verkörpern können – ohne Sterotype (was ja gerade bei multikulturellen Hintergründen oft der Fall ist). Ja, ich bin überrascht, positiv, und warte auf mehr vom wahrscheinlich unechtesten Tatort-Kommissar. Dabei ist nicht gemeint, das Cenk Batu ein türkischer Landsmann ist, sondern das er Undercover ermittelt. Nicht wie Manni Krug als Camper und auch nicht wie Schenk als Hausmeister. Nein, hier ist ein ganz neuer Ermittlerschlag im Dienst. https://i1.wp.com/www.hamburg-web.de/img/mag/hh-mag965big.jpg
Ungewohnt für ältere Tatort-Fans und auch für meine Frau, die immer sagte: „Das ist doch kein Tatort!“. Doch. Um es mit Grönemeyer zu sagen: „Bleibt alles anders“. Keine Currywurstbude, keine Liebeleien und … lange keine Leiche! Braucht man aber auch nicht, denn die Person Batu, gespielt von Mehmet Kurtulus, ist interessanter als szenische Extravaganzen, wie Grubenunglücke, gesellschaftkritische Inputs (Kindmissbrauch, Minderheiten) oder Buddy-Movies (swingende Cops und platonisch verliebte Münchner Buben). By the way: Ich höre schon meine Schwägerin zum zehnten Mal die Geschichte erzählen, wie sie damals vor zehn Jahren schon mit Kurtulus in einer WG-Küche ein Getränk nippte… Egal, wenn der Kollegen weiter solche Fälle an den Start bringt, höre ichs auch gern zum elften oder zwölften Mal! Wertung: 9/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 70 %)

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Fotos: NDR

im TV gesehen: Tatort – Brandmal (WDR)

Mittwoch, 22 Oktober, 2008

Vorsicht! Ausstrahlung in Gefahr! Nach den Aleviten, den Bodenseefischern, nun die Sinti und Roma… Naja, ganz so schlimm wurde es nicht, denn der Kölner Tatort „Brandmal“, ist nach erheblichen Protesten von Vertretern der Sinti und Roma wohl noch einmal umgeschrieben worden, aber am Ende trotzdem unterschiedlich von den „Wächtern“ beurteilt worden. Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, verschärfte seine Kritik an dem Krimi:  „Dieser Film tut uns weh. Er verstärkt tiefsitzende Klischees in der Bevölkerung“. Dagegen äußerte sich die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, Petra Rosenberg, zufrieden mit dem Film: „Unsere Proteste im Vorfeld der Sendung und die Einsicht der Verantwortlichen im Sender haben zum Erfolg geführt“, schrieb sie. Nach den Worten Rosenbergs sei es dem WDR gelungen, „so manches Vorurteil ad absurdum zu führen.“ Die verantwortliche „Tatort“-Redaktion habe sich der brisanten Thematik behutsam und verantwortungsvoll genähert. Für mich als inhaltlich Unbeteiligter trifft eher letzteres zu. Jeder zweite deutsche Verdächtige in Krimis (von Deutschen in englischen Comedys mal ganz abgesehen) ist mehr Vorurteilen ausgesetzt im TV! Wenden wir uns also dem Fall zu: Ich dachte, es wird schlimmer, wird mal wieder Zeit für einen echter Kölner Fall der Kölsche Jungs, aber halte es am Ende mit Klaudia Wick von der Berliner Zeitung, die einen behutsam und gefühlig inszenierten Krimi sah und feststellte, „dass hier alle Regeln der politischen Korrektheit eingehalten worden sind. Und ausnahmsweise der Aufklärung des Mordfalles sogar noch ein menschelndes Happyend folgt.“ Obwohl die Aufklärung des Mordfalls mal wieder sehr nahe lag, aber dass sage ich ja fast jedes Mal… Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 20 %)

Die Kölner Tatort-Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, links) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) müssen die Identität einer verkohlten Frauenleiche klären. © WDR / Michael Böhme
Foto: WDR

Hellboy II – da lohnt das nur vierwöchige Warten auf die Blu-ray

Donnerstag, 16 Oktober, 2008

Seit heute im Kino, ab November (US) bzw. Dezember (UK) schon auf Blu-ray! Da kann man ja eigentlich auf den neuen Hellboy-Streifen die vier Wochen noch warten. Die Kritiken sind gar nicht mal so schlecht („Hellboy II ist ein fantasievolles Action- und Effektfeuerwerk, das irgendwo zwischen Märchen, Horror- und Superheldenfilm vor allem durch seine Atmosphäre und das originelle Design unterhält.“ – filmstarts.de) und sogar meine Heimatzeitung schwärmt überraschenderweise von einem „Superhelden“. Sammler werden wohl zum Limited Edition Collectors Set greifen, alle anderen kaufen die (hoffentlich codefree – Eine „Universal“-Disc lässt zumindest hoffen) US-Disc ab dem 11. November oder die abspielbar-sichere UK-Disc, die auch nur vier Wochen später (8. Dezember) zu bestellen ist .

im TV gesehen: Tatort – Borowski und die einsamen Herzen (NDR)

Donnerstag, 16 Oktober, 2008

Borowski und die einsamen Herzen, das war alles – nur kein Krimi. Nach dem Drama der letzten Woche mit Odenthal nur die Kömodie mit Borowski. Axel Milberg kann das, aber ich will einen Krimi! Der Fall war sowas von durchschaubar, die Täterin schnell erkannt und so verbrachte man die restlichen 70 Minuten damit zu warten – auf Kai Plaume und eine „Nur die Liebe zählt“-Videobotschaft für Borowski, der auf der Suche nach der Mörderin in die tiefe Welt der mittelalterlichen Singles eintauchte. Ja, im beschaulichen Kiel, mit tollen Bildern von Brücken, gibt es noch echte Chiffre-Anzeigen in der Zeitung – ganz ohne Internet-Flirterei! Und dann diese surrealistischen Träume des Herrn Borowski! Bitte, Krimi – nicht Fellini! Dabei hat der Tatort aus Kiel in diesem Jahr mit dem „Mädchen aus dem Moor“ die Messlatte sehr hoch gelegt. Nächsten Sonntag sind wieder Ballauf und Schenk wieder dran – Gott sei dank! Obwohl, da sind ja schon wieder die Wächter der PC unterwegs… Wertung: 3/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 10 %)

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Foto:NDR

auf Blu-ray gesehen: 8 Blickwinkel

Dienstag, 7 Oktober, 2008

8 Blickwinkel [Blu-ray]Es hätte mit ein bißchen mehr Verve und Konzentration ein Knaller werden können, doch das eigentlich als Clou gedachte Prinzip, den verheerenden Terroranschlag in Spanien, aus verschiedenen Blickwinkeln diverser Protagonisten zu beleuchten und damit immer dichter an die Täter heranzukommen nutzt sich schnell ab, zumal im weiteren Verlauf des Films, die Handlung immer abstruser und vermehr konstruiert wirkt. Vorhersehbar kann man es auch nennen. Trotzdem vergehen die knapp 100 Minuten relativ schnell und wer nicht allzuviel drüber nachdenkt wird mit einem sehr guten HD-Bild und räumlichem, jedoch nicht sehr tiefbassigem, HD-Sound belohnt. Wertung: 6,5/10 (Bild: 8/10, Ton 8/10)

im TV gesehen: Tatort – Der glückliche Tod (SWR)

Dienstag, 7 Oktober, 2008

Ein Odenthal-Tatort bei dem man(n) ohne Probleme nebenbei Bügeln, Aufräumen, Videotext oder sonstwas machen konnte. Die Geschichte war sowas von klar, das Tempo (welches?) erdrückend langsam, und Nebenschauplätze verboten (dementsprechend auch Kopper ohne große Szenen). Dafür Lena sowas von emotional. Dazu Kinder, Sterbehilfe & Tod! Liebe Autoren, wenn ich ein deutsches Drama sehen will, schau ich mir das ZDF-Fernsehspiel, den ARD-Film am Mittwoch oder Eintracht Braunschweig in der dritten Liga an. Ich will am Sonntagabend einen Krimi, nichts hochkompliziertes nichts banales, einfach gute Unterhaltung mit smarten Kommissaren. Dafür zahl ich GEZ. Das war „Sterbehilfe für Zuschauer“, so „Meine Filmwelt“-Kritiker Oliver Lysiak. „Würde man aus diesem Tatort alle Szenen rauskürzen, in denen Frau Odenthal zu trauriger Musik bedröppelt in die Gegend stiert, wäre der Film wahrscheinlich 20min kürzer.“ Der Stern sieht es ähnlich: „Zu viel Pathos, zuviel düstere Bilder, zuviel theatralisches Leiden, zuviel Betroffenheit, „Der glückliche Tod“ scheitert an Überambitioniertheit.“ Der gesamte Medienrest urteilt durchaus positiver (tatort-fundus), aber für mich ist klar: Gut das ich nebenbei Bügeln, Aufräumen, Videotext oder sonstwas machen konnte. Wertung: 2/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 10 %).

Im nächtlichen Stadion versucht Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), ihre Zeugin vor dem Täter zu retten.
Foto: SWR