im TV gesehen: Tatort – Der frühe Abschied (HR)

Wie, was – Montagabend (Pfingstmontag), ZDF-Fernsehfilm am Montag oder schon der ARD-Film am Mittwoch , nee… Frankfurter Tatort: Seelenöffnung, Sozialkritik, weibliche Intuition gepaart mit Gefühlsmassage – auf der anderen Seite schnoddrige Männlichkeit der rationalen Art, naja, nicht so mein Ding, Und der Tatort startet brutal, für mich als jungen Vater zu brutal. Wie schreibt die Süddeutsche Zeitung: „Der Tatort lässt die Sehgewohnheiten des Zuschauers möglicherweise ein wenig taumeln. Der frühe Abschied ist ein schwieriger Film, weil er dem Zuschauer viel zumutet. Ein totes Kind, hoffnungslose Existenzen und vielfach ungelebte Leben. Der FIlm erzählt etliche Geschichten. Die vom Scheitern einer jungen Ehe ist dabei, die von der Überforderung einer jungen Mutter, die von den uneinigen Kommissaren und die von einem übereifrigen Gutachter.“ Und es tut weh: Am Anfang wird viel und laut geschrien, der Anblick des toten Kindes, der die Eltern in Verzweiflung stürzt, bleibt auch dem Fernsehpublikum nicht erspart. Später wird der kleine Junge noch auf dem Seziertisch liegen, vor den Augen eines sichtlich angegriffenen Fritz Dellwo. Mich eingeschlossen. Das ist zuviel! Trotz aktueller Nachrichtenlage und überraschend behutsamer Umgangsweise des Falls zwischen Schuldzuweisung und Verständnis bis Entlastung. Den Gefallen, den Fall hundertprozentig aufzulösen, tut dieser Tatort dem Zuschauer nicht. Das Ende kann ebenso versöhnlich wie nachdenklich stimmen. Mit „Der frühe Abschied“ platziert sich der Hessische Rundfunk auf der Hitliste der traurigsten Filme aller Zeiten. Kaum eine andere Produktion war so kalt und unsympathisch, meint Quotenmeter. Und so plätschert der «Tatort» vor sich hin, den man in einer halben Stunde abwickeln könnte. „Wer am Montagabend den misslungenen «Tatort» der herrlichen Sonne vorzieht, ist selber Schuld.“ Stimmt! Die Frankfurter Rundschau meint: „Es ist ein Tatort ganz ohne Verfolgungsjagden und Schusswechsel, ein Krimi der Zwischentöne und stillen Verheerung. Am Ende essen die Kommissare keine Currywurst.“ Ich brauch die Currywurst am Sonntagabend – für alles andere haben die öffentlich-rechtlichen Hauptsender ja ihre Fernsehfilmecken in der Woche… aber es war ja auch ein Montagskrimi. Wertung: 4/10 – davon ein Punkt als  Bonus für die schauspielerische Topleisting insbesondere von Tom Schilling (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 30 %).

Kommissarin Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki, links) versucht, Zugang zu Tamara (Lisa Hagmeister) zu finden. © HR / Degeto / Bettina Müller
Foto: HR

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