Archiv für April 2008

Ein Schatz zum Verlieben und ab Juni auf Blu-ray

Donnerstag, 24 April, 2008

Ok, nach den vollen Kinowochen, wo man gar nicht wusste, welcher Film den nun der Tipp der Woche sein sollte, ist diese Woche im Vergleich mau: Doch „Ein Schatz zum Verlieben“ findet seinen Weg – auch wenn  dieser durch die nahezu zeitgleiche Blu-ray-Veröffentlichung gepuscht wird. Warner Home Video hat die US Blu-ray Disc für den 17. Juni angekündigt: 1080p/VC-1; English, Französische und Spanisch Dolby Digital 5.1 Surround (keine High-Res Audio!) und Untertitel. „Extras shared between both the Blu-ray and DVD are quite slim, however, with only a single „Flirting With Adventure: The McConaughey-Hudson Chemistry“ featurette, and gag reel.“

Filmstarts.de gibt nur 4/10 dafür aber nicht zu harte Worte: „Dennoch – trotz aller Schelte – weist die Action-Komödie einen nicht zu verhehlenden Unterhaltungswert auf. Wer einfach nur prachtvolle Menschen in atemberaubender Umgebung und mit lockerer Musik unterlegt über die Leinwand hecheln sehen will, sollte bei „Ein Schatz zum Verlieben“ einen Blick riskieren. Der Film funktioniert so ähnlich wie „Das Traumschiff“.“ Ja eben, das schauen wir doch auch, wenns nichts besseres gibt. Filmblog.ch meint: «Fool’s Gold» ist ein durchschnittler Abenteuerfilm mit ansehnlichen Szenerie und wenig ausgeprägten Figuren. Wir warten auf die Blu-ray – oder einfach auf bessere Filme…

Advertisements

Pro Sieben gibt sich „Unschuldig“ und robust – hoffentlich…

Mittwoch, 23 April, 2008

Pro Sieben setzt wieder alles auf eine Karte: „VIB-Plenske“ goes CSI. Ein wenig schnelle Schnitte, ein bisschen Hochglanz-Bild, Forensik und Mikroskopie, dazu ein schickes Loft und gutmütiger Inhalt – das ist „Unschuldig“. Bereits vor der offiziellen Ausstrahlung nominiert für den deutschen Filmpreis. Und das zurecht. Garantiert diese doch, dass die Serie nicht nach wenigen Folgen schnell abgesetzt wird. Doch Pro Sieben gibt sich da unschuldig, schließlich hielt man auch brav die erste Staffel „Dr. Psycho“ und eine dritte schwächelne Staffel „Stromberg“ durch – und wurde mit Lob und Preisen beschenkt. Ganz im Gegenteil zu RTL, die die nicht nur meineserachtens sehr gute SerieDie Anwälte“ noch nur einer Folge absetze! Oder mit „Herzog“  oder Sat.1 oder…

Halt durch Pro Sieben. Die erste Folge war doch vielversprechend. Kam mir nur etwas kurz und letztendlich schnell in der Auflösung vor. Die Figuren passen, sind sympatisch, ohne zu viel Nähe zu versprühen. Der Fall war ok, ohne langweilig in seiner Auflösung zu sein. Die Hintergründe der Darsteller kommen in den nächsten Folgen noch zum Tragen. Das ist löblich, aber egal, meint Fernsehlexikon, „die Figuren sind uninteressant. Wer diese Serie sieht, wird sie wegen der Fälle sehen.“ Deswegen sei ein Wetten auf die Einschaltquote ein reines Glücksspiel. Es gibt keinen Grund, warum die Serie ein Erfolg werden sollte. Es gibt aber auch keinen, warum sie keiner werden sollte. Ich bleib jedenfalls dran. Bis Peter Zwegat um viertel nach neun ist noch eine Stunde zu füllen, die bisher ungenutzt war.

im TV gesehen: Tatort – Müll (WDR)

Mittwoch, 23 April, 2008

Endlich wieder ein Kolner Krimi mit dem großen und einfachen Titel „Müll„. Doch statt großer Umweltschmutzfinken und geldgeiler Verwertungsbetreiber vorzuführen, „gibt es eine Gärtnerin, die aus Eifersucht mordet und ein schrulliger Zausel, der zeigt, wie man aus Dreck Geld macht und welche Perlen sich im Abfall finden, präsentiert.“ schreibt auch der stern. Er hat seine Momente, dieser „Tatort“, wenn Willy, der Müllsammler und Messie, ausgerechnet eine Raumpflegerin als Verlobte auserwählt. Überhaupt lebt der Kölner Tatort neben der Bratwurstbude am Rhein (die in diesem Fall recht häufig besucht wurde…) ja von seinen Darstellern, natürlich von Ballauf und Schenk, aber auch Assistentin Franziska, oder eben den Gaststars. Willy ist so einer und natürlich Wotan Wilke Möhring. Dass der am Ende nicht der Täter ist, sondern seine neue Frau, war schon ziemlich schnell klar. Meine Frau wußte gleich, dass die Schenk übergebene Bürse mit den Haarresten gefakt war. Das Besondere sind bei „Müll“ eben die kleinen Momente und die Schauspieler, die sie bestimmen. Der Rest ist gesundes Mittelmaß. Wertung: 7/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 10 % – ich schau nicht mehr mit meiner Frau…)

>
Foto: WDR

Chiko vs. Street Kings – eine Tödliche Entscheidung als Blu-ray

Donnerstag, 17 April, 2008

In einem Hamburger Vorort hoffen zwei Freunde auf das große Drogengeschäft. © Falcom Media GmbH

Nachdem letzte Woche auf einen Kinotipp verzichtet wurde, da kein wirklicher Favorit auszumachen war, verhält es sich diese Woche ähnlich: „21“ (7/10 bei filmstarts.de) und „Tödliche Entscheidung“ konnten sich als wirklicher Filmtipp nicht durchsetzen. In dieser Woche würde ich drei Filme zum näheren Betrachten bzw. Anschauen in die Wertung bringen. Wobei „Chiko“ als auch „Fleisch ist mein Gemüse“ nur 4/10 bei filmstarts auf die Skala bringen. „Street Kings“ ist dann eher so ein Fall wie „21“ mit immerhin 7/10. Alle drei haben Ihre Empfehlungen: Das Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk soll der Oberknaller sein, habs aber noch ncht gelesen, „Chiko“ bekommt überraschend gute Noten bei Spiegel online und bei Marcus kleiner Filmseite, auch wenn viele andere meinen, dass der Film gegen das Erstlingswerk „Kurz und Schmerzlos“ nie und nimmer ankommt. „Street Kings“ oder besser „Training Day 2“ wird beim Spiegel verissen (und bei Equilibrium und von Symparanekronemoi), wobei er sonst eigentlich befriedigend bis gut wegkommt. Also wenn ich mich spontan entscheiden müste, hätte Chiko wohl die Nase vorn – er wurde ja auch teilweise in Hannover gedreht.

Before the Devil Knows You're Dead [Blu-ray]

Aber am Ende, wenn sich drei streiten freut sich der vierte: Hiermit erheben ich „Tödliche Entscheidung“ zum Tipp der Woche (oder eben besser der letzten 8 Tage): Denn der bekommt nicht nur 9/10 Punkte bei filmstarts.de – Symparanekronemoi meint: „Ein guter und über weite Strecken schnörkellos inszenierter Thriller, der allerdings in seiner letzten Einstellung total gegen die Wand fährt“, Marcus kleine Filmseite sieht „ein Film, der mehr Melodram als Krimi ist, und dessen schmerzhaftes Ende noch lange in Erinnerung bleiben dürfte“ – , sondern wird auch noch zeitgleich als US-Blu-ray (wohl Region A codiert) veröffentlicht: „Before the Devil knows you’re Dead“ gibt es seit dem 15. April in den Staaten zu erwerben. Wer noch etwas Zeit mitbringt, wartet bis zum 26. Mai auf den UK-Import – der lässt sich garantiert auf der heimischen PS3 abspielen. Die Details der US-Disc: Video codec: VC-1, Video resolution: 1080p, Aspect ratio: 1.85:1, Audio: English: DTS-HD Master Audio 5.1, English: Dolby Digital 5.1, Subtitles: English SDH, Spanish, „making of“ documentary; audio commentary; theatrical trailer.

im TV gesehen: Tatort – Schatten der Angst (SWR)

Donnerstag, 17 April, 2008

Nach dem hammerharten und seelisch brutalen „Polizeiruf 110 – Wie ist die Welt so stille (BR)“ letzten Sonntag, dessen Täter im übrigen sowas von einfach herauszufinden war – und trotzdem sich immer wieder fragt, wie skrubellos man sein kann, jetzt endlich der Kommentar zum letzten Folkerts-Tatort. Dieser sollte ja eigentlich schon kurz nach Jahresbeginn ausgestrahlt werden, doch die Ereignisse um die Brandkatastrophe in Ludwigshafen, verhinderten die Sendung – aus Angst vor Protesten wie jüngst zum Aleviten-Tatort aus Hannover. Aber die Angst war unbegründet. Ich fand weder das Thema noch die Darstellung kritisch. Der Film als solcher war nicht wirklich spannend und riss den geneigten Sonntagabend-Zuschauer nicht gerade vom Sofa. Da sind wir von Frau Odenthal ganz anderes gewöhnt. Bitte wieder steigern… Wertung: 6/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 5 % – zum ersten Mal beim ersten Besuch Odenthals in der Familie gesehen, zum ersten mal auf den Täter gewettet, und gewonnen!)

Run, Fatboy, Run – Simon Pegg läuft schon längst auf Blu-ray

Sonntag, 6 April, 2008

Ab Donnerstag neu im Kino: Das kurzweilige Spielfilmdebüt von David Schwimmer („Ross“ aus „Friends“) namens „Run, Fatboy, Run“ (immerhin hat man darauf verzichtet, diesen Titel ins Deutsche zu verschlimmbessern). Titelheld ist Simon Pegg, der uns zusammen mit Nick Frost mit „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ neue Comedy-Klassiker lieferte! Ursprünglich als gag-gespickter Schenkelklatscher konzipiert, gelingt Schwimmer mit dieser Komödie der Spagat zwischen trockenem britischen Humor, sympathischen Charakteren und einer guten Prise Romantik – und dem wahrscheinlich dreistesten Product-Placement, seitdem der Martini nicht mehr gerührt werden darf, sagt filmstarts.de. Nike rules the Movie, da werden Sportschuhe verschenkt und extra ein Marathon-Lauf erfunden, damit das Produkt-Placement auch erfolgreich eingebunden werden kann. „Wem es aber gelingt den Sportlatschenhersteller zu ignorieren, der hat viel Spaß bei einer guten Komödie mit tollen Darstellern.“ schreibt filmstarts.de. Grammaton Cleric von Equilibrium sieht leider nur 5/10 und „unterm Strich bleibt der Eindruck einer äußerst konventionellen, zu keiner Zeit liebenswürdigen Komödie zurück.Marcus kleine Filmseite sieht, dass „diese britisch-amerikanische Co-Produktion trotz ihrer vorhersehbaren Story durch Charme, trockenen Humor und einem äußerst sympatischen Cast überzeugen kann„. Sehe ich genauso (ich muss dringend mal wieder meine Kriiken abdaten!)!

Für knapp 25 Euro ist der Streifen aber schon seit Monaten auf Blu-ray zu haben – natürlich auf englisch, aber wer will sich diesen urbritischen Humor auch in deutscher Synchro antun? Dafür ist er für uns Europäer als UK-Import regionfree und läuft bestens in anamorphen 2,35:1 FullHD auf der PS3. Der Sound ist mit 7.1 DTS HD nicht zu verachten, obwohl der Ton für Komödien eben sehr frontlastig ist. Der Soundtrack kommt aber super rüber. Bonus Features sind deleted Scenes/Alternate Scenes, Outtakes, Trailer, Goof und ein Audio-Kommentar. Es lohnt sich!

Und noch ein anderer Kinostart ist bald schon auf Blu-ray erhältlich: Bei „Untraceable“ zieht sich „die Dämonisierung von Sensationslust und Voyeurismus wie ein roter Faden durch den gesamten Film“ sagt Marcus auf seiner Filmseite mit Bewertung zwei Plus. Gar nicht üble 7/10 Punkten bekommt der Streifen bei Equilibrium: „Ein Film mit vielen tollen Momenten, die den genretypischen Rest bisweilen ungemein aufwerten“. Filmstarts.de: „Nüchtern betrachtet, besteht „Untraceable“ eigentlich aus dem Stoff, aus dem solide Serienunterhaltung gemacht wird – aufgebläht auf kinotaugliche 100 Filmminuten.“ Ähnlich siegt es Symparanekroinemoi: „Vorhersehbarer Thriller der alle Genreklischees bedient, aber durch seine unterschwellige Sozialkritik des Voyeurismus dennoch etwas zu gefallen weiß„. Also doch eher ein CSI: Portland im Web 2.0-Style. Mir könnte es dennoch gefallen!



Sony Pictures Home Entertainment hat die US Region A Blu-ray Disc für den 13. Mai angekündigt. 1080P 2.40:1 Widescreen mit Englisch und Französisch Dolby True HD 5.1 Surround, sowie Portugiesisch und Spanisch in 5.1 Surround, Weiters: Subtitles (Main Feature): English, English SDH, French, Portuguese, Spanish; Subtitles (Extra Features): English, Portuguese, Spanish; Bonus View Picture-in-Picture: Beyond the Cyber Bureau (BD Exclusive) – An immersive experience featuring interviews with the filmmakers and cast, storyboards, production photos and behind-the-scenes footage that runs concurrently with the movie; Commentary with Director Gregory Hoblit, Producer Hawk Koch, and Production Designer Paul Eads; 4 Behind-the-Scenes Featurettes.

im TV gesehen: Tatort – Erntedank e.V. (NDR)

Dienstag, 1 April, 2008

Die Grundidee des doch irgendwie an „Twin Peaks in der Gartenlaube“ erinnernden Tatorts stammt von Maria Furtwängler. Und die Schauspielerin wünschte sich für „Erntedank e.V.“ eine helle, warme und insgesamt freundliche Atmosphäre – die war auch zu beobachten. Nur mochte diese nicht so recht auf den Zuschauer über gehen. Ebenso wie der ganze Fall. Mitreissend ist etwas anderes und hintergründig spannend war es leider auch nicht. Die urigen Gestalten der Gartenkolonie waren sicher gut gewählt, doch keiner kommt einem da näher. Furtwängler als ermittelnde Mutter – das war nicht nicht Kommissarin und auch nicht Mutter, sprich: nicht Fisch, nicht Fleisch. Und der zweite Mord war so hervorsehbar… Trotzdem interessierte der Fall nach Senderangaben 9,07 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 26,0 Prozent).

Gedreht wurde übrigens in insgesamt vier Schrebergartenkolonien, die im Film als eine einzige gezeigt werden. Außerdem ist man als Einheimischer immer wieder erstaunt, dass Frau Lindholm immer nur die Raschplatzhochstrasse entlang fährt. Es gibt schönere Straßen in der schönsten Stadt der Welt. Und während Frau Kommissarin so fährt, läuft die vom jungen Avancen machenden Praktikanten der Rechtsmedizin geschenkte CD mit „You are so beautiful“ im Autoradio. Wir sind gespannt, ob, und wie Edgar in Zukunft noch mal auftaucht. Bestimmt nicht in Kommissarins Wohnung, denn der liebe Martin verriegelt vorher bestimmt die Tür.

NDR/Christine Schroeder)
Foto: NDR

Geschrieben hat das Buch übrigens Angelina Maccarone, die auch Regie führte und bereits den letzten Lindholm-Fall inszeniert hatte – und von protestierenden Aleviten massiv angefeindet wurde. Diese Gefahr sollte dieses Mal gebannt sein. Kein Kleingärtner Hannovers wird über die Darstellung beschweren dürfen: Das war Gartenzwerg-Freunde e.V. pur – so kenn ich es auch, also hier: absolutut authentisch!

Der nächste Lindholm-Tatort soll, nach den skurrilen Geschehnissen und Geheimnissen im Schrebergarten, eher wieder als Thriller angelegt sein. Die „Salzleiche“ soll am 12. Oktober 2008 gesendet werden. „So schön die Kuschelphasen mit dem Baby sind, sie müssen auch einmal wieder zu Ende gehen“ sagt Maria Furtwängler. Danke, denn Frau Lindholm als Mutter in Elternzeit mit einem Fall nach Miss Marple-Art ist schön und gut, hat aber eben nicht die Klasse und vor allem Unvergänglichkeit der schwarz-weißen Originale. Wertung: 4/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 60 %)