im TV gesehen: Nachtschicht – Ich habe Angst (ZDF)

Was für ein Cliffhanger – Teddy Schrader angeschossen; er liegt im Koma! Was für ein Ende des fünften Falls dieser überaus gelungenen ZDF-Jahresbeginns-TV-Fernsehfilm-Serie, erneut aus der Feder von Lars Becker, der auch wieder Regie führte. Wiki: Anders als bei konventionellen Krimiserien steht bei den „Nachtschicht“-Filmen nicht die Lösung eines Falls im Vordergrund, sondern vielmehr die Dynamik der jeweiligen Handlung sowie die Personen, die daran beteiligt sind. Die „Nachtschicht“-Filme konzentrierten sich vor allem auf die kleinen und großen Katastrophen, die oft den Hintergrund von Polizeiarbeit abgeben und verdichteten sie zu Noir-geprägten Großstadt-Thrillern: Bankraub mit Geiselnahme („Amok!“), die Beziehung von verurteilten Straftätern zu ihren Kindern („Vatertag“), Gewalt gegen Frauen („Tod im Supermarkt“) sowie das Spektakel bei einem Ausbruch aus dem Knast („Der Ausbruch“). Und nun: Gewalt gegen Kinder. Kommt einem bekannt vor… aber Nachtschicht ist eben anders. Denn daneben kommt Mord, die allgegenwärtige Problematik an den deutschen Schulen, Markenpiraterie, häusliche Gewalt, Schleusertum und illegale Beschäftigung als Themenvielfalt dazu – ein wenig überfrachtet. Aber dass sollte einen nicht ablenken, kennt man ja aus den vorherigen Folgen.

Diesmal fehlte jedoch trotzdem der letzte Kick in der Story und auch in der Interaktion der Darsteller (obwohl Matthias Brandt echt super spielte!)… bis in den letzten fünf Minuten: „ein tragisches Ende mit emotionalem Tiefgang (Quotenmeter)“. Denn Ken Duken ist ein letztes Mal dabei, der Benjamin des Ensembles. Ihm beschert dieser fünfte Film den letalen Abgang – er wird erschossen. Ja halt! Er liegt doch im Koma, da geht doch noch was… oder eben nicht, wenn man mal im Netz surft: Mit seiner Beerdigung beginnt die nächste, bereits abgedrehte „Nachtschicht“ mit dem Titel „Blutige Stadt“. Das ZDF kann also auch mal tragisch… Der tote Kollege wird dann allerdings im Geiste den ganzen Film über präsent sein. Schauspieler Ken Duken (28) scheidet also aus der Sendereihe aus. Als Begründung für seinen Ausstieg gab der zuständige ZDF-Redakteur, Daniel Blum, an, dass Duken in viele größere Projekte wie zum Beispiel „Krieg und Frieden“ im ZDF eingebunden sei und deswegen Terminschwierigkeiten habe. Ein Ersatz für Duken ist laut Regisseur Becker zunächst nicht geplant. „Die drei verbliebenen Kommissare haben jetzt mehr Möglichkeiten sich zu entwickeln. Das tut dramaturgisch gesehen auch mal gut“, betonte der Regisseur. 

Wir warten auch ohne Teddy Schrader auf den nächsten Nachtschicht-Einsatz, der hoffentlich schneller als in einem Jahr ansteht. In der Zwischenzeit können wir uns die Zeit dann mit der zweiten Staffel „KDD“ vertreiben. Der Cliffhänger dort war ja auch legendär. Und dann sage noch einer, das ZDF ist Rentner-TV!

Fotos:  ZDF

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