Archiv für Januar 2008

im TV gesehen: Nachtschicht – Ich habe Angst (ZDF)

Dienstag, 29 Januar, 2008

Was für ein Cliffhanger – Teddy Schrader angeschossen; er liegt im Koma! Was für ein Ende des fünften Falls dieser überaus gelungenen ZDF-Jahresbeginns-TV-Fernsehfilm-Serie, erneut aus der Feder von Lars Becker, der auch wieder Regie führte. Wiki: Anders als bei konventionellen Krimiserien steht bei den „Nachtschicht“-Filmen nicht die Lösung eines Falls im Vordergrund, sondern vielmehr die Dynamik der jeweiligen Handlung sowie die Personen, die daran beteiligt sind. Die „Nachtschicht“-Filme konzentrierten sich vor allem auf die kleinen und großen Katastrophen, die oft den Hintergrund von Polizeiarbeit abgeben und verdichteten sie zu Noir-geprägten Großstadt-Thrillern: Bankraub mit Geiselnahme („Amok!“), die Beziehung von verurteilten Straftätern zu ihren Kindern („Vatertag“), Gewalt gegen Frauen („Tod im Supermarkt“) sowie das Spektakel bei einem Ausbruch aus dem Knast („Der Ausbruch“). Und nun: Gewalt gegen Kinder. Kommt einem bekannt vor… aber Nachtschicht ist eben anders. Denn daneben kommt Mord, die allgegenwärtige Problematik an den deutschen Schulen, Markenpiraterie, häusliche Gewalt, Schleusertum und illegale Beschäftigung als Themenvielfalt dazu – ein wenig überfrachtet. Aber dass sollte einen nicht ablenken, kennt man ja aus den vorherigen Folgen.

Diesmal fehlte jedoch trotzdem der letzte Kick in der Story und auch in der Interaktion der Darsteller (obwohl Matthias Brandt echt super spielte!)… bis in den letzten fünf Minuten: „ein tragisches Ende mit emotionalem Tiefgang (Quotenmeter)“. Denn Ken Duken ist ein letztes Mal dabei, der Benjamin des Ensembles. Ihm beschert dieser fünfte Film den letalen Abgang – er wird erschossen. Ja halt! Er liegt doch im Koma, da geht doch noch was… oder eben nicht, wenn man mal im Netz surft: Mit seiner Beerdigung beginnt die nächste, bereits abgedrehte „Nachtschicht“ mit dem Titel „Blutige Stadt“. Das ZDF kann also auch mal tragisch… Der tote Kollege wird dann allerdings im Geiste den ganzen Film über präsent sein. Schauspieler Ken Duken (28) scheidet also aus der Sendereihe aus. Als Begründung für seinen Ausstieg gab der zuständige ZDF-Redakteur, Daniel Blum, an, dass Duken in viele größere Projekte wie zum Beispiel „Krieg und Frieden“ im ZDF eingebunden sei und deswegen Terminschwierigkeiten habe. Ein Ersatz für Duken ist laut Regisseur Becker zunächst nicht geplant. „Die drei verbliebenen Kommissare haben jetzt mehr Möglichkeiten sich zu entwickeln. Das tut dramaturgisch gesehen auch mal gut“, betonte der Regisseur. 

Wir warten auch ohne Teddy Schrader auf den nächsten Nachtschicht-Einsatz, der hoffentlich schneller als in einem Jahr ansteht. In der Zwischenzeit können wir uns die Zeit dann mit der zweiten Staffel „KDD“ vertreiben. Der Cliffhänger dort war ja auch legendär. Und dann sage noch einer, das ZDF ist Rentner-TV!

Fotos:  ZDF

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im TV gesehen: Tatort – Verdammt (WDR)

Montag, 28 Januar, 2008

Unsere Lieblingskommissare wieder im Einsatz. Kommt einem ja fast so vor als sind Ballauf und Schenk bald jeden Monat unterwegs: „Spätschicht“ (8/10) am 2.12.07; „Nachtgeflüster“ (7/10) am 7.10.07, etc. Aber das ist ja auch gut so, denn hier steht der Krimi noch für Mörderjagd ohne Hightech, Cops mit Herz und Verstand, die legendäre Currywurst mit Kölsch und keine zwanghaft gewollte Sozialkritik (von „Manila“ einmal abgesehen). Doch an diesem Sonntag hielt das soziale Gewissen auch Einzug in die Rheinmetropole (Nachdem es bereits – wirkt wie abgesprochen – am Freitag bei Soko Leipzig um Pädophile ging!).

Aber es geschah sogar mit Niveau – auch wenn Freddies Benehmen um sein Enkelkind manchmal zu weit ging (aber noch nicht auf die Nerven)… und man wirklich schon früh wusste (mit dem ersten Auftritt des Bruders des Ermordeten), wer der Täter war! Ich hoffe nur, dass nach den Aleviten und den Fischern vom Bodensee nun nicht die (von mir geschätzte) Lobby für Kinderschutz medial Sturm läuft: Der Tatort im Ersten ist und bleibt Fiktion, auch wenn die Realität manchmal nur einen schwacher Abklasch darstellt. Wertung 7/10 (Heimkriminalistischer Rätsel- und spannungserhaltender Aufklärungs-Faktor: 15 %)

Max Ballauf und Freddy Schenk mit dem Kind (Bild: WDR/Uwe Stratmann)
Foto:  WDR

TV-Quoten: „Das Wunder von Berlin“ schlägt den Tatort-Krimi: Laut Digital-Fernsehen.de ist der ARD-Tatort am Sonntagabend in der Publikumsgunst nur Zweiter hinter dem ZDF-Drama „Das Wunder von Berlin“ geworden. Den TV-Film schalteten um 20.15 Uhr nach ZDF-Angaben 8,01 Millionen Menschen (21,5 Prozent Marktanteil) ein, den Kölner Krimi um einen Kinderschänder sahen 7,33 Millionen (19,6 Prozent). Immerhin noch ne Super-Quote! Man gut, dass ich für meine Frau und mich auch „Das Wunder von Berlin“ aufgezeichnet habe. Sonst hätten wir ja noch nen Quoten-Renner verpasst…

Schnitzeljagd die Zweite: Das Vermächtnis des geheimen Buches

Freitag, 25 Januar, 2008

Das Vermächnis der Tempelritter“ war nicht nur letzte Woche ein Traumfilm mit Traumquoten für Pro Sieben (ok, es lief auch kein Tatort!), sondern auch für mich einer der besten Filme 2005. Eine ideale Mischung aus Da Vinci Code & Indiana Jones, Popcornkino vom Feinsten. Lange hat es nicht gedauert, bis die erste Fortsetzung den Weg ins Kino findet – trotzdem lange von mir erwartet und die erste Fortsetzung eines Nicholas Cage-Films überhaupt! Wie wir wissen hat der Junge in letzter Zeit viele, sehr viele Filme gedreht, gute (Lord of War, The Rock, Con Air) aber eben auch schlechte (Ghost Rider). Aber „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ sollte wieder zu den besseren gehören, wenn man das Großhirn vorübergehend an der Garderobe abgibt und die Logiksensoren deaktiviert, schreibt filmstarts.de. „Das knallige, kurzweilige Action-Abenteuer ist ein legitimes guilty pleasure, selbst wenn das Vergnügen nicht mehr ganz so üppig ausfällt wie in Das Vermächtnis der Tempelritter“. Auch Equilibrium meint, dass der hyperaktive Indiana-Jones-Verschnitt unter Volldampf das bringt was man von ihm erwartet, nämlich nettes Popcornkino, an dem sich niemand stört, dessen Halbwertszeit aber der einer Tüte Popcorn gleich kommt.

UPDATE: Disney hat gerade bestätigt, dass der Film zusammen mit seinem Vorgänger in den Staaten am 20. Mai erscheint – ich hoffe, der deutsche Release lässt nicht länger als der US-Release auf sich warten. „As we reported earlier this week, specs for ‚Book of Secrets‘ include 1080p/AVC MPEG-4 transfer and an uncompressed PCM 5.1 Surround track (at 48kHz/24-bit). Extras shared between the Blu-ray and DVD versions include a host of material, including audio commentary, multiple making-of featurettes and a blooper reel. Exclusive to the Blu-ray will be an additional featurette and deleted scenes.“

„I am Legend“ wird zur Warner HD-DVD-Legende

Sonntag, 20 Januar, 2008

Warner Bros wird „I am Legend“ auf DVD, HD-DVD und Blu-ray veröffentlichen. Es heisst, dass die beiden HiDef-Discs sowohl die Kino als auch die Unrated-Version enthalten sollen – zusammen mit einem alternativen Ende. Doch halt: Die 2-Disc-DVD und Blu-ray erscheinen in den Staaten am 18. März – die HD-DVD erst am 8. April. Damit könnte der Blockbuster mit unseren Willie durchaus der letzte HD-DVD-Release von Warner werden, denn der weltgrößte Verkäufer von DVD-Filmen, hat bekannt gegeben, nur noch bis Mai 2008 Film auf HD-DVD zu verkaufen und dann exklusiv in das Blu-ray-Lager zu wechseln. Analysten wie auch ehemalige HD-DVD-User, die ihre teuer erkauften Scheiben nun für Schnäppchenpreise bei eBay verticken, gehen davon aus, dass HD-DVD einen schnellen Tod vor sich hat.

Nachdem auf der Entertainment-Messe CES in Las Vegas der Schock bei der HD-DVD-Gruppe um Toshiba tief saß und keine neuen Scheiben vorgestellt wurden, hat nun z.B. Paramount eine recht große Anzahl an Neuveröffentlichungen auf HD DVD angekündigt: Sean Penns „Into the Wild“ und das Drama „Things We Lost in the Fire“, der Dreamworks-Animations-Film „Bee Movie“, „The Kite Runner“ sowie eine Jack Ryan Collection mit „Jagd auf Roter Oktober“, „Die Stunde der Patrioten“, „Das Kartell“ und „Der Anschlag“ sind auf HD DVD geplant. Universal plant u.a. „American Gangster“ auf HD DVD.

HD-DVD-Spieler von Toshiba: Sinkende AktienkurseDazu werden die technisch hervorragenden Player weit unter Marktpreis angeboten: der HD-Player HD-EP30 mit einem Preis von nun 200 Euro rund 150 Euro günstiger als bisher; der HD-EP35 statt für rund 400 Euro nun für 300 Euro – jeweils noch für kurze Zeit mit einen Gutschein für sieben HD DVDs. Zu meinem Bedauern, wohl das letzte Aufbäumen des HD-DVD-Lagers. Zumal die Gerüchte nicht verstummen, dass Paramount als auch Universal blau werden. Auch wenn Universal strikt beteuert: „Contrary to unsubstantiated rumors from unnamed sources, Universal’s current plan is to continue to support the HD DVD format.“

Das deutsche Lager wechselt jedoch auch mehrheitlich ins blaue Lager: Constantin und Senator setzen exklusiv auf Blu-ray
während Kinowelt die angekündigten HD-DVDs wie geplant herausbringen. Eine Entscheidung darüber, ob künftige High-Definition-Titel gegebenenfalls nur noch in einem Format veröffentlicht werden, sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt fallen“. Das klingt nach Abschied auf Raten – wie auch für die HD-DVD und „I am Legend“ wird wirklich eine Legende, naja, zumindest ein Sammlerstück für HD-DVD-Fans, die sammeln und nicht bei eBay eine Resterampe errichten. Doch Toshiba sollte den Kopf nicht in den Sand stecken: Laut Gizmodo könnte Toshiba weiter mitmischen – als Produzent von Dual-Playern…

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R.I.P. HD-DVD – the people‘ s choice – denn Gizmodo wagt den Vergleich, das HD-DVD das Format war, das hatte, was das Volk wirklich braucht

Aber es sieht nach einem Endsieg für Sonys Blu-ray im totalen Formatkrieg aus (auch wenn Constantin Film diese geniale Vergleichssatire vom youtube-Server nehmen ließ…) Zuerst beim Affenheimtheater gesehen, aber im Netz findet man ja alles wieder:

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TV-Serien wie Scrubs und Heroes gehören doch auf DVD… wenn die Umsetzung stimmt!

Donnerstag, 17 Januar, 2008

Heute sollte eigentlich endlich die sehnsüchtig erwartete sechste Staffel von Scrubs auf DVD erscheinen. Aber man hat den Release mal wieder auf April verschoben – unglaublich, dann wird es wohl wieder ein Australien-Import mit deutschem Ton geben! Dabei hatte mir ein Spiegel Online-Artikel so richtig Appetit gemacht: „Scrubs ist nicht in erster Linie eine Krankenhausserie, sondern einfach verdammt gute Unterhaltung.“ Mein DVD-Festplattenrekorder hatte jedenfalls irgendwann in der vergangenen TV-Ausstrahlung auf Pro Sieben einfach den Dienst oder besser seine Uhreinstellung aufgegeben – jedenfalls fehlte fast eine ganze Folge – von den ersten! Und das geht doch nicht – also muss die DVD-Staffel her! Vielleicht lag es aber auch an der immer wieder anders gelagerten Anfangszeit am frühen Samstagnachmittag. So macht sich Pro Sieben keine Freude!

Ähnlich verhält es sich bei Heroes auf RTL2. Zwar wird hier pünktlich begonnen, aber seit der „24“-Ära kann ich dort keine Laufschriften, Klingeltonwerbung, etc. mehr sehen… Am 31.01. erscheinen die Helden auch endlich auf DVD – leider auch hier geteilt, denn der zweite Teil der ersten Staffel erscheint erst acht Wochen später… und die HD-DVD in deutscher Synchro wie in den USA und UK wohl nie… Warner und Sony sei Dank! „Tageskarte Kino“ bei Spiegel Online schwärmt: „Einer der besten Comics des vergangenen Jahres war eine Fernsehserie. So hätten die X-Men ausgesehen, wenn sie heute für das Fernsehen konzipiert worden wären. Leider ist auf RTL 2 nur eine geschnittene, lieblos synchronisierte Fassung von „Heroes“ zu sehen“ und verweist ebenfalls auf das englische Original! Wir DVD-Kosumenten würden uns freuen, wenn die Vorteile gegenüber dem TV mal ausgenutzt würden – mit pünktlichem, zeitnahen Erscheinen, toller Synchro, bester Bild- und Ton-Qualität (ich verweise hier nur auf die 2.0-Abmischungen bei CSI-Staffeln!) sowie ungekürzten Folgen. Das sollte doch eigentlich auch alles auf einmal zu machen sein…

HD-Sound… ich komme, Teil 2

Sonntag, 13 Januar, 2008

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Wieder ein neuer Gast in den Lister Lichtspielen: Nachdem vor kurzem zwei schöne schwarze und von der Größe echt beeindruckende RF-82-Standboxen von Klipsch den ersten Teil des langen, steinigen und vor allem teuren Weg zum hochklassigen HD-Sound bildeten, wurde die Front durch den passenden Center RC-62 komplettiert. Das soll jetzt auch erst einmal reichen – Investitionsstopp von der Koalition beschlossen! Es ist jedoch in Planung, das Klipsch Reference 7.1-System mit zwei RS 62, zwei RB 81 und einem (oder besser: zwei) Sub 12d weiter auszubauen.

Jetzt wirkt die Front doch komplett…

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… der Teufel-Sub wurde dann noch schnell mit Esche-Holz schwarzer (und zu den Klipsch passender) DC-Fix-Folie verkleidet.

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I am Legend! … der erste Blockbuster 2008

Donnerstag, 10 Januar, 2008

Will Smith is back. Sicherlich einer meiner Lieblingsschauspieler und irgendwie immer gut anzusehen, ob nun als „Prinz von Bel Air“ (der Kult meiner Jugend!), Ali (sein bester Film!) oder eben Frauen-, Alien-, Robot- oder jetzt Monsterjäger. Im TV Spielfilm vergleichen Sie übrigens die Monster mit ner Mischung u.a. aus Lord Voldemort und Gollum, denke das passt … Selten habe ich aber auch so polarisierende und unterschiedliche Kritiken bzw. Bewertungen gelesen wie zu „I am Legend“!

Spiegel online sieht im Film New York als faszinierenden Schauplatz einer Endzeit-Vision, wie sie das Kino noch nicht gesehen hat: „Will Smith und ein Schäferhund brillieren als letzte Überlebende der Zivilisation.“ Batzman von den Fünf Filmfreunden sieht einen mutlosen und faden Blockbuster ,aber ohne wirklich interessant und spektakulär zu sein. Intermoviession spricht dagegen von einem bildgewaltigen Genre-Mix, der ebenso Charakterstudie wie Endzeitthriller ist – mit einem herausragenden Will Smith. Auch Markus sieht auf seiner kleinen Filmseite engagiertes Blockbusterkino, wie man es viel zu selten antrifft. Während Thomas Hunziker vom Filmblog.ch wieder einen missglückten Versuch sieht, die Kultgeschichte von Richard Matheson in die Neuzeit zu transportieren, wobei das Potenzial der trotzdem faszinierenden Ausgangslage nur beschränkt ausgeschöpft wird.

Ich denke eins ist klar: Der Film ist sowieso nicht blutrünstig genug und hinterlistig gemein für die Freunde von „28 Days later“, „Dawn of the Dead“ oder Filme wie etwa „Hostel“, aber bestimmt auch nicht zu butterweich und flauschig. Dazu gibt es einen der beliebsten Schauspieler, eine interessante Geschichte und eben ein wenig Special Effects (Will allein in New York) – fertig ist der erste Blockbuster des Jahres 2008!